Wirbelsäule

Die Wirbelsäule, Lat. Columna Vertebralis genannt, ist eine der faszinierendsten Konstruktionen unseres Körpers. Sie umhüllt unser Rückenmark und ist ein wesentlicher Teil des so genannten “Cores”. Sie erstreckt sich vom Kopfgelenk bis zum Steißbein. Das sind insgesamt 24 Wirbel, 23 Bandscheiben, sowie 8 bis 10 Wirbeln, die zu Kreuz- und Steißbein verwachsen sind.

Zusätzlich nehmen die Wirbelkörper von oben nach unten an dicke zu. Das ist aus dem Grund sinnvoll, da sie das Körpergewicht tragen und es auf die Beine weiterleiten müssen. Dadurch müssen die unteren dicker sein als die darüber liegenden. 

Desweiteren entsteht durch alle Wirbel zusammengenommen ihre charakteristische Doppel S-Form, diese dient der Dämpfung von Stößen. Laut neuester wissenschaftlicher Ergebnisse dient die Doppel S-Form mehr ihrer eigenen Stoßdämpfung als die Wirbel selber. Die Absorptionsrate der Konstruktion erhöht sich um 10% wenn sie eine Verbesserung der Segmente zueinander um 1% erfährt. Eine bessere Körperhaltung hat sogar einen noch positiveren Einfluss darauf (20%) (vgl http://jeb.biologists.org/content/221/9/jeb177949 /gelesen 7.2.19)

Anatomie

Wirbelsäulenabschnitte Anzahl der Wirbel Kurzbeschreibung Krümmung
Halswirbelsäule (HWS oder Vertebrae Cervicales) 7 C1 – C7 Lordose
Brustwirbelsäule (BWS oder Vertebrae thoracicae) 12 Th 1 – Th 12 Kyphose
Lendenwirbelsäule (LWS oder Vertebrae lumbales) 5 L 1 – L5 Lordose
Kreuzbein (os Sacrum) 5 S 1 – S 5 Kyphose
Steißbein (os coccygis) 3-5

Bewegungsausmaß

In den einzelnen Abschnitten und verschiedenen Ebenen (Sagittal, Frontal und Transversal)

Abschnitte Bewegungsausmaß Extension, Flexion

(Sagittal)

Lateralflexion

(Frontal)

Rotation

(Transversal)

HWS 70/0/45° 45/0/45° 80/0/80°
BWS 25/0/35° 20/0/20° 40/0/40°
LWS 30/0/50° 20/0/20° 10/0/10°
Gesamt 125/0/125° 85/0/85° 130/0/130°

(vgl. https://www.amboss.com/de/wissen/Wirbels%25C3%25A4ule /gelesen 7.2.19)

Dabei hat das Atlas-Axis-Gelenk eine gesonderte Rolle. Dieses ist ein Zapfengelenk, denn der zweite Halswirbel (Axis)  besitzt eine Spitze (Dens), die nach oben in den ersten Halswirbel einläuft. Das Gelenk hat eine ähnliche Funktionsweise wie ein Türscharnier, welches hinten knöchern und vorne durch ein Band stabilisiert wird. Letzteres verhindert, dass das Rückenmark eingequetscht wird. Damit ist die Konstruktion ausgezeichnet für Rotationen des Kopfes geeignet.

Wirbelkörper/ Wirbelkanal

Die Wirbelkörperform unterscheiden sich leicht voneinander in den einzelnen Wirbelsäulenabschnitte, dennoch ist ihre Konstruktion im Großen und Ganzen derselbe.  

Sie bestehen aus einem kompakten Wirbelkörper, an dem der Wirbelbogen angeheftet ist. Die einzige Ausnahme ist der erste Halswirbel, Atlas, der keinen kompakten Wirbelkörper besitzt, und gemeinsam mit dem zweiten Halswirbel, Axis, eine funktionelle Einheit bildet. Ansonsten formen Wirbelkörper und Wirbelbogen in ihrer Mitte ein Loch durch das sich das Rückenmark zieht. Dieses entspringt aus dem Gehirn und läuft bis auf Höhe L1-L2 in einem Strang und fächert sich dann auf in einzelne Nervenfasern die bis zum Steißbein weiter nach unten ziehen. Zwischen einem und dem nächsten Wirbelkörper sollte immer ein Abstand bestehen, dieser wird als Foramen intervertebrale bezeichnet. Durch dieses Loch zwischen den Knochen verlaufen die Nervenfasern die vom- und wieder zurück zum Rückenmark verlaufen. Oft ist dieser Abstand auch Ursache von pathologischen Befunden.

Zusätzlich besitzt jeder Wirbelkörper einen Querfortsatz der im Bereich der BWS der Befestigung der Rippen dient. Außerdem sind hier, unter anderem, Bänder und Muskeln befestigt die zur Stabilisierung der gesamten Konstruktion dienen. Während die Wirbelbogengelenke zur Bestimmung der Bewegungsrichtung dient, sind die Bandscheiben und Bänder zur Begrenzung des Bewegungsumfanges da.

Das Iliosakralgelenk (ISG)

ISG Gelenk Menschen

Das Iliosakralgelenk ist die Basis für unsere Wirbelsäule. Oft wird es als die Schnittstelle zwischen dem Ober- und Unterkörper bezeichnet. Es besteht aus dem Steißbein (Sakrum) und den, seitlich an der Hüfte zu ertastenden, Darmbeinschaufeln. Die beiden Darmbeinschaufeln bestehen wiederum jeweils aus drei Anteilen. Dem Darmbein (Os ilium),Sitzbein (Os ischii) und Schambein (Os pubis). Diese drei Knochen verschmelzen beim Menschen etwa mit dem 15. Lebensjahr im Bereich des Hüftgelenks zur Darmbeinschaufel. Hier setzen die Oberschenkelknochen (Femur) an und erklären wie es zur Verbindung mit dem Unterkörper kommt. Auf der Grundfläche des Sakrums türmen sich die einzelnen Wirbel und Bandscheiben auf, bis oben wo der Kopf über allem thront. Du siehst also wie zentral dieses „Gelenk“ ist.

ISG Gelenk in der Schwangerschaft

Ich hab bewusst Anführungszeichen benutzt. Denn im eigentlichen Sinn ist es kein richtiges Gelenk. Im Gegensatz zu anderen lässt es nämlich kaum Bewegungen zu und ist zum eigenen Schutz von einem Netz aus Bändern und Muskeln gesichert. Diese sorgen dafür das sich die Gelenkpartner (Sakrum und Darmbeinschaufeln) nur ungefähr 2–4 mm in jede Richtung bewegen können. Wobei es hier geschlechtsspezifische Unterschiede gibt. Die Bänder sind bei Frauen weniger fest als bei Männern, wodurch die notwendige Beweglichkeit zur Entbindung gegeben ist. Allerdings wirken während der Schwangerschaft zusätzlich Hormone, um das System noch etwas nachgiebiger werden zu lassen.

Da beim ISG ein Knochen auf den anderen trifft gibt es zwischen diesen auch einen Knorpel. Bei Geburt und im Jugendlichen alter ist diese Fläche noch glatt, raut mit den Jahren allerdings immer mehr auf. Diese Aufrauung führt dazu, dass sich das Iliosakralgelenk mit dem Alter versteift. Jeder der schon mal schmerzen in diesem Bereich hatte weiß wie unangenehm es ist wenn sich die Gelenkflächen zu sehr bewegt haben. Oft verkannten sie sich bei dieser Gelegenheit und kommen von alleine nicht mehr in ihre Ausgangsposition zurück. Wem das schon mal passiert ist weiß was das für ein unangenehmer Schmerz ist.

Schmerzen

  • Akute Rückenschmerzen sind in der Regel von begrenzter Dauer. Sie halten in den meisten Fällen nicht länger als zwölf Wochen an, die Stärke des Schmerzes kann dabei unterschiedlich sein.
  • Chronische Rückenschmerzen dauern länger als drei Monate  an. Auch hier kann sich die Intensität der Schmerzen unterscheiden.

(vgl. https://www.krankenkassenzentrale.de/wiki/rueckenschmerzen#akut /gelesen am 26.12.18)

Andere Definition nach Dauer:

  • Akute Rückenschmerzen: treten entweder erstmals oder nach mindestens sechsmonatiger Beschwerdefreiheit innerhalb eines Tages auf und halten für höchstens drei Monate an.
  • Zeitweilige Rückenschmerzen: halten für höchstens drei Monate an und kehren innerhalb eines Jahres nicht wieder.
  • Wiederkehrende Rückenschmerzen: sind mit mehr als einer Episode an weniger als der Hälfte der Tage eines Jahres vorhanden.
  • Chronische Rückenschmerzen: sind mit meist mehr als einer Episode an mehr als der Hälfte der Tage eines Jahres vorhanden.

Als Hexenschuss bezeichnet man einen plötzlichen auftretenden, stechenden Schmerz im Rücken. Oft geschieht das wenn Muskeln, Bänder und auf Grund dessen Nervenfasern in Mitleidenschaft gezogen werden. Es handelt sich um einen häufig akut einsetzenden Schmerz, der von Zwangshaltungen, Bewegungssperren, Muskelverspannungen etc. begleitet ist. Der Hexenschuss kann schon ein deutliches Warnsignal sein und mit der Zeit zu einem ausgewachsenen Bandscheibenvorfall mutieren. (vgl. https://www.fid-gesundheitswissen.de/orthopaedie/bandscheibenvorfall/so-unterscheiden-sich-bandscheibenvorfall-und-hexenschuss/  gelesen 26.12.18).

Will man etwas für seine Rückengesundheit tun, muss man den evtl. vorliegenden Symptomkomplex analysieren und verstehen. Schon durch Gelenkblockaden in entfernten Gelenken z. B. Sprunggelenk, Knie, Hüfte oder Schulter können sich massive Probleme im Rücken manifestieren. Weiter Blogartikel zu diesen Thema folgen.