Blackroll Faszientraining

Faszientraining (Produkttipp/Werbung)

Als ich das erste mal vom Faszientraining gehört hatte war ich noch in meinem Studium. Damals waren die Faszien noch unbekannt und man begann sich erst langsam damit zu beschäftigen. Einer der Vorreiter in der Wissenschaft war ein Deutscher, Dr. Robert Schleip. Er publizierte einige Studien auf diesem Gebiet und gab auch als erster Trainingsempfehlungen zum gezielten Faszientraining heraus (z. B. 2012 /wieder gelesen 24.2.19). Später wurde das Thema immer bekannter und die Blackroll wurde in derselben Zeit immer berühmter. Auch die Veröffentlichung des Buches Anatomie Trains von Thomas Myers (sehr zu empfehlen) sorgte für einen neue Betrachtungsweise der Dinge. Er schaffte es die Faszien in einem anderen Kontext dar zu stellen und sie somit für die Trainer greifbarer zu machen und auf Basis dessen bessere Trainingsempfehlungen zu geben.

Je mehr ich mich in das Thema vertiefte umso mehr suchte ich nach dem Hacken. Es hörte sich einfach zu gut an um wahr zu sein. Früh stieß ich dann auch auf Autoren die erklärten wieso das mit der Blackroll nicht ganz so funktionieren kann wie man es sich bisher erhofft hat. Allerdings war ich mir noch nicht sicher wo die Reise hingehen wird. Ist die Blackroll und das Training gut oder nicht?! Auch auf der Trainingsfläche stellte sich das bis dahin durchgeführte Faszientraining als nicht sonderlich effektiv dar. Die Kritik verpuffte allerdings ungehört in der immer stärker werdenden Marketingindustrie die sich für die Blackroll etc aussprach. Mit der Zeit entwickelt sich die Wissenschaft und die Erkenntnisse aus Trial and Error weiter, sodass sich auch hier einiges tat. So schnell das es für viele nicht mehr mit zu verfolgen war.

Umso mehr ich mich im Thema der Sportwissenschaften vertiefte umso mehr verstand ich das es kein richtiges, isoliertes “Faszientraining” geben kann. Die Faszien werden vielmehr durch jegliche Art des Training unweigerlich mit trainiert. Auch Thomas Myer ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Deshalb begann ich eine Ausbildung, Myofascial Release von 2014-2015, die mir helfen sollte die Probleme mit dem verspannten Bindegewebe schneller und besser in den Griff zu bekommen. Auch Gespräche mit Physiotherapeuten, Osteopathen und die Ausbildung gaben mir viel Input. Ich fing an die Blackroll anders ein zu setzen und fand das es so besser funktionierte. Darauf folgte erstmal einige Zeit an stille um das Thema, bis ich einen Artikel las der mich bestätigte in meiner Skepsis (https://www.finisfitness.de/2018/12/07/7-gr%C3%BCnde-warum-faszientraining-mit-der-rolle-eher-schadet-als-hilft/ /gelesen 20.12.18).

Hier werden einige wesentliche dinge aufgeführt die zu beachten sind und die ernstgenommen werden sollten. Je nachdem an welcher Körperstelle man mit der Blackroll ansetzt können sich ernsthafte Probleme manifestieren. Der Druck den die Blackroll auf das Skelettsystem ausübt ist nicht zu unterschätzen. Auch bei anderen Krankheitsbildern (Osteoporose, Arthrose, Diabetes mellitus, Gefäßerkrankungen, Thrombosen, Wirbelgleiten etc.) sollte lieber Abstand genommen werden, statt wild drauflos zu arbeiten.

Das Pendel schlägt tatsächlich wieder in die Gegenrichtung. Dennoch bin ich der Meinung das auch hier, wie bei so vielem, die Wahrheit irgendwo in der Mitte liegen wird. Es ist nicht das Allheilmittel für das es oft verkauft wird aber auch nicht zu verteufeln. Wenn man nicht direkt in der Physiotherapie arbeitet und dort mit wirklich schweren Fällen zu tun hat, wird die oben genannten Erkrankungen seltener antreffen. Eine ausführliche Anamnese ist an dieser Stelle essentiell, genauso wie eine gute Ausbildung der Fitnesstrainer. Nur so wird es möglich sein Fehlentscheidungen zu minimieren.

In meinen Personal Trainings setze ich die Blackroll eher aber die Blackroll Bälle oft bei z. B. Nackenverspannungen ein. Hier versuche ich den Muskeltonus des Pectoralis minor und levator scapulae schnell zu senken um so das Schultergelenk besser zueinander zu Positionieren. Dies geschieht dynamisch, das heißt der Ball wird positioniert und das Gewebe wird über den Ball bewegt. Das hat eine andere Wirkung auf das System als wenn der Ball sich über das Gewebe bewegt. Im Anschluss wird trainiert, dadurch wird im Nervensystem und Gehirn die Richtige Position eingespeichert. Natürlich könnte Dehnen auch eingesetzt werden nur wird hier auch wieder statisch gearbeitet und die Dynamik außer acht gelassen, die das Bindegewebe braucht um zu “zerreißen”. Auch Dynamisches Dehnen erfüllt diese Aufgabe nicht, eher Mobilitätstraining. Dies stellt einen Trainer aber sicher auch vor individuelle Probleme mit einzelnen Personen. Meiner Meinung nach wird es hier auch noch einige Zeit dauern um das für und wieder aus zu loten. Da die Klienten sehr individuell sind wird es wahrscheinlich auch keinen Standartfahrplan geben werden.

Anbei findet ihr ein Bsp. des Blackrolltrainings und Produktempfehlungen für einen Blackroll und einen Ball.

                            

Übungsvideos

 

 

 

 

 

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